|
Totale Verbrennung ist ein Märchen. Ohne Anlage im Ahrental bleibt Abfallkonzept Stückwerk
Die Zeit verrinnt. Der Druck auf eine Mülllösung steigt. Nur noch bis Ende 2008 darf in Tirol unbehandelter Abfall deponiert werden. Die AMBA wäre fristgerecht fertig.
Sie ist der Kern einer wirklichen Tiroler Mülllösung: Die Ahrental Mechanisch Biologische Abfallbehandlungsanlage (AMBA) bietet die Grundlage für eine wirklich nachhaltige Beseitigung des Abfalls in unserem Land. Denn ihre Kapazität reicht nicht nur für den Tiroler Zentralraum von Schwaz bis Innsbruck. Auch der Müll der Bezirke Imst und Landeck könnte hier entsorgt werden.
Abfallvermeidung, Mülltrennung und Recycling sind die wichtigsten Säulen einer modernen Abfallwirtschaft. Auf ihnen soll die AMBA errichtet werden.
Abfalltrenner schlägt Allesbrenner
Elmar Schmid, der Vorstandschef der Innsbrucker Kommunalbetriebe sieht weit und breit kein besseres Konzept: “Totale Müllverbrennung ist ein Märchen. Marmor, Stein und Eisen brennen nicht. Sowie vieles andere im Hausmüll auch nicht. Fast ein Drittel wird zu Schlacke für die Deponie.”
Die angebliche Gesamtmüllverbrennung ermöglicht also nur eine vergleichsweise geringe Teilverwertung des Abfalls. Sie bietet keine Lösung, sondern letztlich bloß ein Stückwerk. Schmid zieht dazu einen einleuchtenden vergleich: “Die AMBA dagegen arbeitet umweltbewusst und wirtschaftlich sinnvoll. Sie trennt, was nicht verbrennt.”
Metalle für die Verwertung, der Rest zur Bio-Behandlung und umweltschonenden Lagerung. Mehr als die Hälfte des Abfalls wird neuer Brennstoff mit hohem Heizwert. So lassen sich Öl und Gas sparen.
Lösung vor Ort garantiert Unabhängigkeit
Auch Hubert Rauch, der Präsident des Gemeindeverbandes, sieht in der AMBA die größten Vorteile: “Wer Müll nur verliefert, der liefert sich aus. Eine zukunftsorientierte Mülllösung in Tirol kümmert sich selbst um den eigenen Mist. Da wird kontrolliert, was mit dem Abfall wirklich geschieht. Das schafft Preisstabilität und Entsorgungssicherheit. Die AMBA lässt die Wertschöpfung im Land. Nur so bleibt des Tiroler Abfallproblem langfristig berechenbar.”
Die Zeit nützen statt verhindern
Neben dieser nachhaltigen Perspektive gibt es aber auch einen kurzfristigen Zwang. Tirol braucht noch vor 2009 seine Mülllösung. Allein die AMBA kann bis dahin stehen.
Schon 53 solche anlagen in Deutschland und 16 in Österreich zeigen: Die AMBA ist für umweltbewusste und wirtschaftlich sinnvolle Müllverwertung prädestiniert. Sie erfüllt mit ihrem hohen technischen Standard alle Auflagen einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Sie ist nicht teurer als andere Modelle, sondern insgesamt kostengünstiger.
Weniger kosten, mehr sparen
Denn Kosten sind immer eine Frage der Perspektive. Teilbetrachtung führt mitunter zum Tunnelblick. Nur wer die Sicht aufs Ganze behält, bekommt eine zukunftsfähige Kostenrechnung. Die Tiroler Mülllösung rund um die AMBA setzt auf gesamtgesellschaftlichen Nutzen, langfristige Umweltbilanz und Unabhängigkeit bei der Preisgestaltung. Deshalb ist sie der günstigste Weg.
Erst Müll vom Unbrennbaren und von Schadstoffen trennen und dann aus den verbleibenden 55 Prozent des heizwertreichen Rests einen neuen Energieträger gewinnen macht Sinn. “Die Kombination von AMBA und gezielter thermischer Verwertung des gewonnenen Ersatzbrennstoffes ist sowohl wirtschaftlich als auch umweltbezogen günstiger,” sagt Elmar Schmid. Der IKB-Chef erklärt auch, warum: “Beim Müllexport, der ohne AMBA zwangsweise gewählt werden muss, werden die Kosten explodieren. Bei der AMBA ist Preisstabilität garantiert und die Wertschöpfung bleibt im eigenen Land.”
Und sie bewährt sich doch
Unterdessen ärgert sich Alfred Egger, der Geschäftsführer der ATM über die Querschüsse gegen diese Anlage: “Es stinkt zum Himmel. Nicht die biologisch behandelten Restmüllmengen in einer AMBA, sondern die Unwahrheiten, die dem Projekt angedichtet werden.” Egger geht auch gerne ins Detail: “Da werden aus realen 12.000 LKWs flugs 115.000 gemacht. Unterdessen vermuten selbst ernannte Kompetenzsprecher in nicht brennbaren Steinen, Metallen, Gläsern oder Wässern 40 Prozent Restenergie, die von der AMBA nicht genutzt wird. Was nutzen, wo nichts ist?”
Der ATM-Chef rechnet vor: “Die AMBA und eine thermische Verwertungsanlage für die heizwertreichen anteile kosten circa 75 Mio. Euro, eine Gesamtmüllverbrennungsanlage für die gleiche Menge dagegen mindestens 90 Mio. Euro. Deshalb unsere Devise: Zuerst trennen, dann verbrennen.”
Â
Â
|