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Tirols Flüchtlingsheime werden “Umweltmusterbetriebe”
Für die 13 Flüchtlingsheime des Landes, die rund 850 AsylwerberInnen beherbergen, wird gemeinsam mit der Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) ein einheitliches Abfallwirtschaftskonzept erarbeitet. Das führt zur Ausstattung der über ganz Tirol verstreuten Einrichtungen mit einem einheitlichen Trennsystem und zur Umsetzung praktischer Abfallvermeidungsmaßnahmen. “Entsprechend geschulte Abfallbeauftragte aus dem Kreis der HeimbewohnerInnen werden dieses neue System aktiv unterstützen”, führte LR Gerhard Reheis aus.
Auch Vermittlung von Umwelt-Know-how
Das im Flüchtlingsheim Reichenau in Innsbruck präsentierte Projekt ist österreichweit einmalig und erzielt mehrfachen Nutzen: So werden die Müllkosten reduziert und die Umwelt wird geschont. “Nicht zuletzt erfolgt eine Vermittlung von Umwelt-Know-how, das jenen zugute kommt, die nach dem Asylverfahren in Österreich bleiben genauso wie jenen, die dann wieder in ihre Heimat zurückkehren”, sagte Reheis.
ATM-Geschäftsführer Alfred Egger bewertet diesen Schritt als wichtigen Beitrag zur “Umweltmusterregion Tirol”. Neben den als Multiplikatoren wirkenden Abfallbeauftragten der Heime setzt man auf “die Kinder, die jeweils zwei Erwachsene erziehen”. Eigene erlebnispädagogische Module sind deshalb geplant, um diese Altersgruppe gezielt zu erreichen. Kurt Manfred Jordan, Direktor der Ferrarischule in Innsbruck, berichtete über die laufende Begleitung des Projektes durch eine Studentengruppe des dort beheimateten Medienkollegs: “Dabei entsteht als Transportmittel für diese Umweltinformationen auch ein Video, das für jede Asylwerberin und jeden Asylwerber welcher Sprache auch immer verständlich sein wird.”
Dass die AsylwerberInnen in Tirol auch außerhalb der Heime ihren Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten, belegte Meinhard Eiter, Flüchtlingskoordinator des Landes: “In fast allen Standortgemeinden haben sich diese Menschen in den letzten Wochen an Flurreinigungsaktionen beteiligt und teilweise sogar ‚Patenschaften’ für die Sauberkeit von Erholungsräumen übernommen.” Die Mitwirkung hier wie beim Abfallprojekt erfolgt auf freiwilliger Basis.
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